Radunas Art Lab Auswaschtechnik


Mit dieser einfachen, aber vielseitig anwendbaren Technik kannst du spannende Kompositionen kreieren! Sie verspricht viele Überraschungsmomente und lässt sich auch gut mit Kindern umsetzen!


Das rundherum mit Malerkrepp abgeklebte ca. 200 mg dicke Papier wird zuerst mit einer kunterbunten Farbschicht gefüllt.


Mit der Wassersprühflasche feuchte ich die Farbe immer wieder an, damit sich die Farben besser vermischen lassen.


Je nach Lust und Laune kannst du diese Fläche gestalten. Ich lasse die Farben gerne ineinander verlaufen, wenn sie noch nass sind, in dem ich die Unterlage in verschiedene Richtungen kippe. So laufen die Tropfen nicht nur in eine Richtung.


Wenn du zufrieden bist, lasse diese Farbschicht gut trocknen.


Dann bestreichst du das trockene Papier mit einer Schicht wasserverdünntem Weissleim, Holzleim oder einem Vinylkleber, wie es ihn in grösseren Mengen im Baumarkt gibt.




Dieser Weissleim ist der billigere Ersatz für teureren Acryl-Binder, den man nur in speziellen Künstlerläden bekommt. Doch ich arbeite schon länger mit normalem Weissleim und es funktioniert wunderbar! Wichtig ist, dass du den Untergrund jetzt gut durchtrocknen lässt. Schneller geht es mit einem Fön!


Wenn dir diese Farbschicht so gefällt, belässt du sie so und überspringst die nächsten Schritte.


Ich füge gerne noch etwas Musterungen hinzu. Ich möchte möglichst einen grossen Kontrast zur späteren oberen Farbschicht erhalten. Ausserdem, wenn du mit Kindern arbeitest, haben sie sicher auch Spass daran, die Fläche etwas zu bemustern…;)


Noch ein paar weisse Tupfen, damit es richtig „pulsiert“!


Wenn die Farbschicht fertig ist, wird alles wieder gut mit dem Fön getrocknet.


Dann „versiegelst“ du die Farbe wieder mit einer Lage wasserverdünntem Weissleim.


Dann ist es wieder ganz wichtig, dass alles gut durchtrocknet!


Für den nächsten Arbeitsschritt stellst du dir einen kleinen Eimer mit sauberem Wasser in die Nähe und nimmst einen kleinen Naturschwamm oder ein Stück Haushaltsschwamm. Je kleiner desto besser. Dies legst du dir bereit.


Nun kommt die obere Farbschicht. Hier kannst du auch am besten mit Kontrastfarben arbeiten. Nimm also eine Farbe, die sich gut von der unteren abhebt.

Du kannst auch mehrere Farben nebeneinander auftragen oder die Fläche in verschiedene Farben aufteilen. Wichtig ist, dass du nicht zulange daran arbeitest, so dass die Farbe nicht trocknet!



Nun beginnst du mit einem feuchten Schwamm Formen herauszuwaschen, so dass die untere Farbschicht wieder hervorscheint.


Wenn dir die Formen nicht gefallen, male einfach noch einmal darüber und wasche eine neue Form heraus. Du kannst immer wieder korrigieren, solange die Farbe feucht ist.

Mit der Zeit bekommst du auch ein Gefühl dafür, wie lange der Prozess machbar ist.


Wenn du die Formen einmal definiert hast, kannst du die obere Farbschicht auch noch schöner herausarbeiten.



Hier bei meinem Bild gefallen mir die Farbtöne noch nicht so ganz. Darum füge ich noch intensivere Farben hinzu.



Ich tupfe mit dem Schwamm die ausgewaschenen Formen immer wieder frei.




Mir gefällt die Farbe immer noch nicht. Weil ich die Farbtöne korrigieren möchte, und ich sie nicht einfach nur übermalen kann (sie werden sonst eher grau und nicht leuchtend), muss ich erst etwas Weiss darüber malen und die Schicht trocknen lassen.


Nun kann ich Blau und Gelb darüber setzen und es wird leuchtend!





Noch ein paar orange Spritzer…


Hier setze ich noch etwas Schwarz ein, um dem Bild mehr Kontrast zu geben.




Zuletzt entfernst du das Klebband vorsichtig von den Rändern.

Dazu ein Tipp: wenn du mit dem Fön den Kleber etwas wärmst, lässt er sich sauber ablösen, ohne das Papier zu beschädigen!


Auch diese Technik funktioniert auch wunderbar auf Leinwand! In den nachfolgenden Beispielen siehst du wie vielfältig die Gestaltung sein kann.


Vielleicht findest du ja deinen ganz eigenen Stil oder entwickelst die Technik anders weiter? Lass es mich wissen und schreibe mir einen Kommentar oder eine Email!

Acryl auf Papier


Entwicklung
Acryl auf Leinwand 60x80cm



Radunas Art Lab Fadentechnik


Die Fadentechnik ist bestens geeignet, um spielerisch eine Komposition zu finden, die Bildfläche mit eher weichen, metamorphen Formen zu füllen. Hier wird die Linie zum Bildelement. Diese Technik lässt sich auf alle Materialien anwenden: Aquarellpapier, Leinwand, Holz, usw. Sie regt die Kreativität an und lässt sich beliebig erweitern und kombinieren mit anderen Techniken.

Bei meinem Bild arbeite ich auf dickerem Papier, ca. Grösse A3, welches ich am Rand mit Malerkrepp abgeklebt habe, um so einen sauberen weissen Rand zu erhalten.


Bereite eine Mischung aus eher flüssiger Farbe auf einem Plastikteller vor. Nun schneidest du einige Fäden in verschiedener Länge zurecht und legst sie bereit. Die Fadenstärke ist beliebig wählbar. Je dicker der Faden (oder die Schnur), desto breiter werden die Linien. Ich habe es auch mit zartem Nähfaden probiert und es klappt auch und ergibt eine feinere Linienstruktur.
Den ersten Baumwollfaden tauchst du in die Farbe ein, so dass er vollständig vollgesogen ist.




Der in Farbe getauchte Faden wird nun kreuz und quer über das Papier gelegt und dort so liegen gelassen.




Indem du die Fäden überkreuzt entstehen spannende Formen. Versuche hier auch Kontraste zu erzeugen, in dem du grosse und kleine Flächen legst: Fäden, die eng zusammen liegen, sich eng überschneiden, und grosse, offene Flächen, die offen bleiben.


In diesem Stadium entscheidest du schon, wie spannend die Bildkomposition wird. Es ist also auch eine gute Übung, um Kompositionen zu finden. Doch auch, wenn du nicht so zufrieden bist mit der Lösung, lasse die Fäden einfach unberührt liegen, wir können später mit Farbe noch an der Komposition arbeiten!


Jetzt, wenn die Farbe noch feucht ist, kannst du auch schon bereits mit einem nassen Pinsel zart dem Faden entlang die Farbe etwas „hinausziehen“, so dass sich die Farbe in die Fläche verteilt. Vergiss aber nicht, dem Bild viel Luft und Raum zu lassen. Also möglichst weisse Flächen zuzulassen…


Je nachdem wie du die Fäden legst, entstehen auch spannende „Knoten-formen“.


Jetzt lassen wir das Ganze mal gut durchtrocknen! Wenn alles gut getrocknet ist, entfernen wir die eingetrockenen Fäden. Zurück bleiben die Spuren, die Linien.


Bis hierhin habe ich dir die „Fadentechnik“ gezeigt. Nun geht es ans Ausarbeiten. Am besten achtest du darauf, dass du die Linien nicht zu stark überdeckst, sie sind die Gestaltungselemente des Bildes.


Ich zeige dir einfach mal meine Art, wie ich hier weiterarbeite:


Mir geht es nun darum, die Flächen so zu färben, dass sie zum Stil der organischen Linien passen. Also nicht einfach, um die einzelnen Formen „auszumalen“ sondern die Linien und die Farbflächen miteinander optisch zu verbinden. Darum setze ich erst einmal eine zusammenführende Farbfläche in orange und lasse aber als Kontrast weissen Raum stehen.


Mit dem Schwamm tupfe ich die Farbfläche noch im feuchten Zustand ab, damit man die Pinselstriche nicht sieht und die Fläche „organischer“ wirkt.


Diese erste Farbschicht gut trocknen lassen (mit dem Fön geht das schneller).

Um die Farbfläche mit verschiedenen Tonalitäten spannender zu gestalten, wähle ich noch zwei weitere Farbtöne: gelb und grün. Diese Farbe setze ich nur stellenweise ein und tupfe sie mit dem feuchten Schwamm wieder etwas ab. Wieder lasse ich die Farbschicht trocknen.






Mit etwas Türkis akzentuiere ich die Tonalitäten, gebe hier einen Farbkontrast.





Wichtig ist, dass man immer die ganze Bildfläche im Auge hat, jede Farbe so setzt, dass sie harmonisch auf dem Bild verteilt ist.


Hier setze ich auch die Tropfentechnik ein (siehe separaten Post) um der Farbfläche noch mehr Struktur zu geben.


Mit dem Abtupfen verhindere ich, dass die Farbe zu sehr „aufgeklatscht“ wirkt, also schön mit den anderen Farbtönen verbunden wirkt.


Wenn die Farbe trocken ist, überstreiche ich die ganze Fläche mit Acrylbinder oder Weissleim, um die Fläche zu „versiegeln“. Wenn diese Leimschicht vollständig getrocknet ist, kann ich neue Farbakzente setzen und mit dem Schwamm abtupfen, ohne dass die unteren Schichten wieder abgelöst werden.



In der letzen Phase, setze ich noch einige Kontraste: mit dunkler Farbe betone ich ein paar Ränder, so dass die Formen noch etwas Tiefe bekommen.




Mit Deckweiss hole ich die hellen „Leerräume“ mehr hervor.


Ein paar „Pulspunkte“ geben noch etwas „Futter für die Augen“, Anhaltspunkte für den Betrachter (sie lenken den Blick, finde ich).




Doch auch diese tupfe ich etwas ab, damit sie nicht als Fremdkörper wirken.



Danach wird alles gut getrocknet. Mit dem Fön gewärmt, lässt sich das Malerklebeband gut vom Papier lösen!





Wintereinbruch
Acryl auf Leinwand 60x80cm


Gletscherschmelze
Acryl auf Leinwand 120x120cm











Radunas Art Lab Auswaschtechnik

Mit dieser einfachen, aber vielseitig anwendbaren Technik kannst du spannende Kompositionen kreieren! Sie verspricht viele Überraschungsmome...