Königin und Bettlerin: Tragbare Poesie über die Gegensätze des Lebens

 



Der Jacquard bewahrt den Glanz vergangener Tage.

Das alte Baumwollgewebe trägt die Erinnerung an Hände, Arbeit und Zeit.

Auf der Schulter liegt ein Flicken – nicht aus Not, sondern als Erinnerung daran, dass auch das Kostbare von Einfachen getragen wird. 

Die goldenen Fäden blitzen auf wie ein verlorener Ring, den ein Sonnenstrahl im Wald für einen Augenblick wiederfindet. 

Vielleicht ist Würde nichts, was wir besitzen. Vielleicht entsteht sie dort, wo Vergänglichkeit sichtbar bleiben darf.

 

Die Symbiose der Gegensätze

Rauchgrüner, locker gewebter Leinenstoff verbindet sich mit edlem Viskose-Seiden-Jacquard und verkörpert die scheinbaren Gegensätze dieser beiden Archetypen. Prunk und Schlichtheit begegnen sich in gedämpften Waldtönen, durchzogen von feinen, hellen Linien – wie das Aufblitzen eines verlorenen goldenen Rings, der auf einer Waldlichtung vom Sonnenlicht gestreift wird.


Die Spuren der Ahninnen und des Lebens

Die mit waldgrünem Faden zweireihig bestickten Kanten erinnern an unsere Ursprünge – an die Kraft unserer Ahninnen und Ahnen. Die Halskante hingegen, mit ihrem lehmfarbenen Stickrand, erzählt von den Spuren, die wir im Laufe unseres Lebens hinterlassen: von den Wegen, die wir gegangen sind, und den Momenten, in denen wir sichtbar geworden sind.

Wo Gegensätze sich die Hand reichen

Die Rückseite der kurz geschnittenen Tunika zeigt im Schulterbereich einen bewusst «wilden» Übergang, an dem die beiden unterschiedlichen Materialien aufeinandertreffen. Genau dort entsteht ihre Verbindung. Der "wilde" Übergang wirkt nicht wie ein Zufall, sondern wie ein bewusstes Symbol dafür, dass Gegensätze nicht nahtlos verschmelzen müssen, um eine Einheit zu bilden. Hier geschieht die Symbiose. Königin und Bettlerin reichen einander die Hand.

Das weise Dazwischen

Manchmal sind wir Königin, manchmal Bettlerin. Meist jedoch bewegen wir uns irgendwo dazwischen. Dieses Dazwischen ist unsere Komfortzone: Wir tragen nicht die volle Last der Verantwortung und müssen zugleich nicht täglich um unser Überleben kämpfen.

Doch beide Archetypen leben in uns. Sie erinnern uns daran, dass nichts von Dauer ist. Auf keinen Status quo können wir uns verlassen. Sowohl die Königin als auch die Bettlerin kennen die Höhen und Tiefen des Lebens. Lernen wir, sowohl mit Würde als auch mit Scham bewusst umzugehen, kann daraus Reife entstehen.

 

Tunika, Unikat aus Viscose-Seiden-Jacquard und Baumwolle
Grösse M, ca. 40


Dieses Oberteil steht ab sofort zum Verkauf. Bei Interesse an diesem tragbaren Kunstwerk freue ich mich über eine Nachricht via Email: christinegluch@bluewin.ch 

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